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Zwei Personen in leuchtend orangen Arbeitsjacken stehen in einem Eingang und lachen miteinander. Im Hintergrund ist eine geschlossene Tür.

Wenn das Wetter den Dienstplan vorgibt

Die Straßen­meister­eien von Hessen Mobil sind mit Frau und Mann und ihren Fahr­zeu­gen grund­sätz­lich auf Über­rasch­ungen (fast) jeder Art ein­ge­stellt, Som­mer wie Winter, so auch im nord­hessischen Schwalmstadt. Die EAM arbeitet regel­mäßig eng mit den Straßen­profis zu­sammen – beispiels­weise, wenn Strom­leitungen installiert werden müssen oder eine Straße saniert oder neu gebaut wird. Wie zuletzt in Schwalmstadt, wo die EAM Mittel­spannungs­kabel entlang der Bundes­straße 454 im Stadtteil Treysa verlegt hat. 

Die Pla­nung für die kalte Jahres­zeit be­ginnt bei Hessen Mobil be­reits mit dem Auf­fül­len des Salz­la­gers im Früh­jahr, je nach Wet­ter­lage er­folgt ab Ok­tober die Um­rüstung der Fahr­zeu­ge auf glätte- und schnee­reiche Even­tu­ali­täten und die doppelten Dienst­pläne treten in Kraft: einer für den Normal­be­trieb von 7 bis 15.15 Uhr und ein zwei­ter, op­tio­naler mit Drei-Schicht-Betrieb für den Fall eines an­ge­kün­dig­ten oder plötz­lichen Win­ter­ein­bruchs. Von Ok­tober bis Ende Fe­bruar ge­hört paral­lel zur Winter­be­reit­schaft der Ge­hölz­schnitt zur Routine.

Wer je­doch meint, dass Eis und Schnee unter den Stra­ßen­wär­tern am mei­sten ge­fürch­tet sind, wird von Sil­vana Mäder, Lei­terin der Stra­ßen­meister­eien von Bor­ken und Schwalm­stadt, und ihrem Kol­legen Andreas Bechstein eines Besseren belehrt. 

Lächelnde Frau in reflektierender Sicherheitsjacke, Hintergrund mit Verkehrszeichen.
Silvana Mäder
Lei­terin der Stra­ßen­meister­eien

„Wenn wir etwas richtig gut können, dann ist es spontan zu sein!“

Silvana Mäder

 „Schon seit Woch­en sind wir vor­bereitet, Ruf­be­reit­schaft haben wir bis 22 Uhr, um 2.15 Uhr ist bei win­ter­lichen Stra­ßen­verhält­nissen für Dienst­ha­bende der er­sten Schicht die Nacht vorbei. Ein glück­licher Um­stand: Die rund 50 Mit­ar­beiter unserer bei­den Stra­ßen­meis­terei­en sind alle­samt re­gional ver­wurzelt und kön­nen daher von jetzt auf gleich zur Stelle sein“, erklärt Silvana Mäder.

In Schwalm­stadt stehen acht Fahr­zeu­ge zur Ver­­gung, in Bor­ken sieben. In höchs­tens 20 Mi­nuten sind Streu­ein­richtungen und Schnee­pflug an­ge­bracht, be­füllt wird mit Salz und Sole im Ver­hältnis drei zu eins, be­reits am Vor­abend oder un­mittelbar vor dem Ein­satz. 700 Kilo­meter misst die Strecke der Bundes-, Landes- und Kreis­straßen in der Zu­ständig­keit der bei­den Straßen­meister­eien, im Räum­be­trieb links und rechts ist das dann mal zwei zu nehmen.

Spätestens um sechs Uhr, vor Be­ginn des all­ge­meinen Ver­kehrs, sind die Stra­ßen frei und die Fahr­zeu­ge von Hessen Mobil zu­rück auf den Be­triebs­höfen. Bei kräf­tigem Schnee­fall wird auch mal Unter­stütz­ung durch Fremd­unter­nehmen in der Re­gion geholt.

Silvana Mäder stellt klar: „Ent­schei­dend ist die sorg­fältige Pla­nung im Vor­feld. Jedes Per­so­nal muss für je­de mög­liche Strecken­planung unter­wiesen sein. Wenn bei­spiels­weise ein Fahr­zeug aus­fallen sollte, exis­tieren mehrere Routen­varian­ten und der­jenige, der den Ein­satz koor­diniert, ent­schei­det in der Situ­ation, welche tages­aktu­ell ge­fahr­en wird.“ Über Funk und GPS blei­ben die Fahrer in Kon­takt mit der Zen­trale, über GPS lässt sich so­gar exakt ver­folgen, wie viel Streu­gut ver­braucht wird. Auch mit den Polizei- und Verkehrs­behör­den sind die Straßen­meister­eien direkt verbunden. 

Lächelnde Frau in reflektierender Sicherheitsjacke, Hintergrund mit Verkehrszeichen.
Silvana Mäder
Lei­terin der Stra­ßen­meister­eien
Zwei Personen in orangefarbener Arbeitskleidung sitzen an einem Tisch mit Unterlagen und Tassen vor ihnen. Sie lächeln.
Lächelnder Mann in orangefarbener Arbeitsjacke vor einem Regal mit Schildern.
Andreas Bechstein
Gärtner auf der Straßenmeisterei Schwalmstadt

Räumen oder schneiden ist hier die Frage

Unabhängig von Schnee und Eis­glätte steht im Winter die Pfle­ge von gro­ßem und klei­nem Ge­hölz und Ban­ket­ten ent­lang der Stra­ßen an – ohne Streu­er und Schnee­pflug auf den Lkws, dafür mit Gerät­schaf­ten zum Ab­trans­port des Schnitt­gutes. Andreas Bechstein, ge­lern­ter Forst­wirt und seit 31 Jahren in der Straßen­meisterei Schwalm­stadt tätig, kennt „sein“ Ter­rain, darunter die zahl­reichen Reihen alter Lin­den ent­lang der Kreis­straße Rich­tung Als­feld und die Eschen­alleen Rich­tung Knüll­wald, in- und auswendig.

Sein Auf­ga­ben­ge­biet bei Hessen Mobil ist die regel­mäßige Baum­beob­achtung laut Baum­kataster der Straßen­meisterei und nach Plan im be­laub­ten und un­belaub­ten Zu­stand so­wie die Ko­ordi­nation der Grün­pflege. „Auch wir sind dem Bundes­natur­schutz­gesetz für Fauna und Flora und den vor­ge­schrie­benen Schnitt­zeiten ver­pflich­tet. Zwischen Ok­tober und Februar schnei­den wir alles zurück, was Ihnen aufs Auto oder auf die Straße fal­len oder sonst wie im Weg sein könnte. Die Alleen­bäume er­halten ein Licht­raum­profil von vier­ein­halb Me­tern, um den Sicht- und Verkehrs­raum frei­zu­halten. So­wieso: Ein­mal die Woche wird jeder Kilo­meter unseres Zu­ständig­keits­gebietes durch einen Kollegen be­fahren, der Straßen­zustand, Leit­planken und andere Ein­richtungen kon­trol­liert und eben­falls einen Blick auf die Bäume hat“, führt Andreas Bechstein aus.

Etwa alle 20 Jahre werden im Rahmen der tur­nus­mäßigen Pflege die Sträu­cher am Straßen­rand „auf den Stock ge­setzt“, das heißt radikal bis zehn oder zwanzig Zenti­meter über dem Boden ge­kürzt, damit sie wieder neu durch­treiben und eine vitale, verkehrs­sichere Hecke entsteht. 

Orangefarbener Schild mit dem Text "Straßenmeisterei Schwalmstadt"" auf einem gepflasterten Untergrund."
Zwei Sicherheitskräfte in orangefarbenen Overalls unterhalten sich vor einem großen Salzvorrat.

Wo der Klimawandel herausfordert

Tatsächlich sind es heute statt Schnee und Eis eher Stür­me und Rekord­nieder­schläge mit Hoch­wasser­er­eig­nissen, die durch ihre Un­berechen­bar­keit Straße­nmeister­eien an ihre Lei­stungs- und Plan­ungs­gren­zen brin­gen. Da müssen oft inner­halb kur­zer Zeit mehrere Voll­sper­rungen ein­ge­rich­tet wer­den und es ist schwie­rig, den Über­blick über die Straßen­lagen zu be­halten. Auch übers Jahr hin­weg mach­en der viele Re­gen und die Be­sei­ti­gung von Folge­schä­den zu­neh­mend mehr Arbeit.

Und was ist die grö­ßte Heraus­for­der­ung? Silvana Mäder ant­wortet prompt: „Der Verkehr! Am lieb­sten wer­den wir ja gar nicht ge­sehen... Aber manch­mal er­for­dern es die Straßen­ver­hält­nisse, dass wir nicht nur früh­morgens, son­dern mehr­mals am Tag aus­rück­en, um die Stra­ßen von Glatt­eis und Schnee frei­zu­halten. Wir wün­schen uns daher im All­tag mehr Rück­sicht­nahme von an­de­ren Verkehrs­teil­nehmern für unsere Arbeit!“

Ein orangefarbener Winterdienst-Lkw mit einem Arbeiter, der eine Treppe hinaufsteigt, um den Gerätebereich zu erreichen.
Person hält ein Verkehrsschild mit einem Fahrrad und einem Pfeil nach links in einer Reihe von Schildern.

Hessen Mobil und seine Straßenmeistereien

Rund 900 Mit­ar­beiter­innen und Mit­ar­beiter bei Hes­sen Mobil sor­gen in ins­ge­samt 46 Straßen­meister­eien da­für, dass die Bundes-, Landes- und Kreis­straßen in Hes­sen gut und sicher befahrbar sind.

Im Schwalm-Eder-Kreis ist dies der Job für die Straßen­meister­eien Bor­ken und Schwalm­stadt. Sie sind unter anderem für das Räu­men und Streu­en der Stra­ßen in der Re­gion sowie die Pfle­ge des Straßen­begleit­grüns beauftragt. 

www.mobil.hessen.de

Zwei Personen in orangefarbener Arbeitskleidung gehen auf einer Landstraße entlang, umgeben von einer ländlichen Landschaft.