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Natürlich weiches Wasser statt Chemie, Beach mit Sand statt Berberitzenhecke, Urlaubsfeeling für alle statt Schließung für immer: Das Parkbad Weende in Göttingen ist eines der vielen Freibäder, das die Öko-Ingenieure der PAULY GROUP von einem konventionellen Chlorbad in ein Freibad mit vollbiologischer Wasseraufbereitung verwandelt haben. 

Dieses einmalige Verfahren heißt Geomatrix®-Bodenfilter und ist ein ausgefeiltes Stück Ökosystemtechnik, bei dem Schilfpflanzen zusammen mit Mikroorganismen und genau aufeinander abgestimmten Sand- und Kiesschichten das Badewasser reinigen. In diesem Jahr war der Publikumsmagnet nach nur neun Tagen Vorbereitung startklar. Und es gibt eine weitere Besonderheit in Weende: Im Frühjahr, Herbst und Winter wird das Badgelände zum öffentlichen Park.

© PAULY GROUP
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Zusammen mit Werner Schierl und Klaus-Jürgen Winter von der PAULY GROUP, der eine Landschaftsplaner, der andere promovierter Umweltingenieur, blicken wir auf eine Innovation, die zuerst einige Wellen geschlagen hat und heute voll im Trend liegt.

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Herr Schierl, Sie haben anfangs die biologischen Bäder der PAULY GROUP noch mit Bleistift entworfen und per Hand koloriert. Wer hatte die bahnbrechende Idee und wo durften Sie dann das erste Bio-Freibad realisieren?

Werner Schierl: Das war damals, vor etwa zwanzig Jahren, eher so eine Art glückliches Zusammentreffen. Wir hatten mit Interesse wahrgenommen, dass andernorts in dieser Richtung einiges ausprobiert wurde, mit Mini-Naturschwimmteichen für Privatleute oder Hotels. Gleichzeitig besaßen wir bei THE PAULY GROUP aus unseren anderen Geschäftszweigen, den Pflanzenkläranlagen und den Klärschlammvererdungen, bereits sehr handfestes Knowhow über die biologische Reinigungskraft von Mikroorganismen und über den Umgang mit Steuerungstechnik und großen Pumpleistungen. Dieses Wissen haben wir auf die biologische Aufbereitung von Badwasser transferiert und von da an war es eigentlich nur noch ein kleiner Schritt zum ersten Freibad PLUS made by THE PAULY GROUP. Das haben wir in Wadgassen, einer kleinen Gemeinde im Saarland gebaut. 2002 wurde das Bad eröffnet und sogar letztes Jahr noch unter den Top Ten der Freibäder in Deutschland genannt.

Herr Winter, Sie sind seit 2003 mit dabei. Was hat sich seitdem verändert?

Klaus-Jürgen Winter: Bei unseren ersten Badumbauten war die Aufbereitungsfläche etwa genauso groß beziehungsweise sogar größer als die Wasserfläche. Inzwischen sind wir deutlich kleiner und effizienter geworden. Wir brauchen für die Filteranlage nur noch etwa die Hälfte der Schwimmbadwasserfläche – das heißt, wir haben mehr Platz für alles andere.

© PAULY GROUP
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Als Umwelttechniker kennen Sie sicher jedes einzelne der vielen mikrobiologischen Helferlein bei der Wasserreinigung. Gibt es für Sie noch Überraschungen?

Klaus-Jürgen Winter: Ja, aber eher positive wie dieses Jahr im Parkbad Weende, das davon profitiert, dass das Bad über eine Quelle, die Weendespring, gespeist wird. Quellwasser ist keine mikrobiologische Wüste wie Trinkwasser und umso schneller funktioniert das Animpfen, wie wir die Reaktivierung des Bio-Filters nach der Winterpause nennen. In Weende waren das gerade mal neun Tage. Ansonsten ist unser natürlicher Bodenfilter eine etablierte Technik, die sehr, sehr gut läuft. Selbst die Jahrhundertsommer 2018 und 2019 haben dem keinen Abbruch getan, ganz im Gegenteil: Im warmen Wasser ist auch die Mikrobiologie besonders aktiv und sollte sich das Badewasser zu stark erwärmen, steuern wir mit der Zugabe von kaltem Wasser dagegen.

Sie machen aber nicht nur das Wasser schön, sondern auch das Außenherum. Wie gehen Sie an die Gestaltung der Freibäder heran?

Werner Schierl: Wir machen Bäder für alle – mit Freibadatmosphäre, wie man sie kennt, mit Startblöcken und Sportschwimmerbahnen, Sprungtürmen, Wasserrutschen – und fügen Elemente hinzu, wie sie für ehemalige Chlorbäder ganz neu sind. Dabei nutzen wir das Plus an Möglichkeiten, die sich durch das natürliche Badewasser ergeben. Eine Sandlagune, Holzstege direkt am oder im Wasser – so etwas geht im Chlorbad nicht. Ziel unserer intensiven Gestaltung ist neben der tollen Wasserqualität eine hohe Aufenthaltsqualität, Freizeitqualität, Spielqualität.

Klaus-Jürgen Winter: Der Strandbereich ist natürlich typisch für unser Freibad PLUS. Da sind wir tatsächlich auch die ersten, die sich das getraut haben. Eigentlich ist Sand im Wasser ein No-Go auch für viele Naturbad-Bauer, weil die Durchströmung der Becken perfekt auf die Sandbereiche angepasst werden muss und diese vielfach zusätzliche Pflege benötigen. Aber die Menschen lieben unsere Sandstrände, sie sind – neben dem weichen Wasser – das Highlight im Bad!

Werner Schierl: Grundsätzlich planen wir nachhaltig, substanzschonend, substanzerhaltend, auf die Anlage bezogen. So ist auch der Park zum Parkbad Weende entstanden. Früher lag das Bad als unpassierbarer Riegel zwischen Wohngebieten – jetzt fungiert die Grünfläche außerhalb der Badesaison als öffentlicher Park für die Anwohner.

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Ihre Freibad-Konzepte gefallen nicht nur den Badegästen, sondern auch den Haushaltsverantwortlichen von Kommunen und Gemeinden. Inwiefern sind die Bio-Freibäder wirtschaftlich attraktiv?

Werner Schierl: Hier zählen mehrere Aspekte. Zum einen geben wir den Bädern durch unsere Restrukturierungsmaßnahmen und die Wasserqualität das Leben zurück, das sie brauchen. Zum anderen verbraucht unser Freibad PLUS weniger Energie im Vergleich zum Chlorbad. Dort muss der Wasseraustausch im Becken kontinuierlich auf dem gleich hohen Level gehalten werden, weil die DIN das vorgibt und ansonsten die Hygienisierung nicht gegeben wäre. Das heißt, ob da ein Mensch schwimmt oder tausend Gäste baden, der Grundaufwand bleibt gleich. In unseren biologischen Bädern wird der Grundumsatz runtergefahren, wenn nur ein Mensch badet, dann haben wir Minimalaustausch, und an einem tollen Sommertag mit vielen Leuten im Bad stellen wir die Pumpen auf einen erhöhten oder einen ganz hohen Austausch. Das funktioniert von einem Moment auf den nächsten. Auf diese Weise können wir sogar mehr Wasserfläche anbieten als konventionell aufbereitete Bäder zum gleichen Invest und bei niedrigeren Betriebskosten. Grundsätzlich aber dimensionieren wir die Wasserflächen so, wie sie sinnvoll genutzt werden.

Klaus-Jürgen Winter: Desgleichen mit der Temperatur. Unsere Freibäder funktionieren auch als Freibäder ohne künstliche Erwärmung auf Badewannenniveau. Dabei helfen die ausgedehnten Flachwasserbereiche, in denen sich das Beckenwasser schnell auf angenehme Temperaturen erwärmt. Auch das gehört für uns zu dem Gedanken eines nachhaltigen Umgangs mit Ressourcen. Aber natürlich geht auch eine technische Erwärmung des Beckenwassers. Dabei favorisieren wir natürlich ökologische Verfahren wie Solarthermie, BHKW oder Wärmepumpeneinsatz in Zusammenarbeit mit Photovoltaik.

Wenn ein neues Freibad fertig ist, testen Sie das Wasser persönlich mit einem Sprung ins kühle Nass?

Klaus-Jürgen Winter: Selbstverständlich, zu unserer Berufsbekleidung gehört die Badehose. Das Privileg, die ersten im Wasser sein zu können, kosten wir immer gerne aus. Und nicht zuletzt: Im natürlich reinen Wasser hält auch die Badekleidung länger!

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THE PAULY GROUP hat ihren Firmensitz in Neu-Eichenberg, Nordhessen und agiert als Generalunternehmer, der seinen kommunalen Kunden im Bereich Klärschlammvererdung und Freibad PLUS von der Planung über den Bau und Betrieb bis hin zur Räumung und Verwertung* alles aus einer Hand anbietet und damit Markktführer ist. In den letzten 20 Jahren haben die überzeugten Öko-Techniker siebzehn Freibäder mit natürlicher Wasseraufbereitung in ganz Deutschland realisiert. Mehr zu den Experten und Enthusiasten der PAULY GROUP und innovativer Bio-Technik für alle:

www.the-pauly-group.de

 

*Räumung und verwertung betrifft nur die Klär­schlamm­vererdungs­anlagen

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Dr. rer. nat. Klaus-Jürgen Winter
Freibad PLUS
Projektentwicklung & Technik

Dipl.-Ing. Werner Schierl
Freibad PLUS
Leitung Entwurf- und Konzeptentwicklung

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