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Netzausbau aus eigener Kraft

Während viele Unternehmen zahlreiche Leistungen auslagern und an externe Dienstleister vergeben, ist die EAM mit dem Aufbau eigener Netzbauteams einen ganz anderen Weg gegangen. Die Netzbauteams übernehmen wichtige Elektromontagearbeiten für die EAM Netz und ergänzen damit die Arbeiten der Regioteams für den Netzbetrieb und die Störungsbeseitigung. Das erhöht die Schlagkraft der EAM beim Netzausbau. Was mit dem Netzbauteam Süd im Jahr 2019 als Erfolgsgeschichte begann, führte die EAM mit der Gründung des Netzbauteams Nord/Mitte mit Standorten im südniedersächsischen Northeim (Landkreis Northeim) und nordhessischen Guxhagen (Schwalm-Eder-Kreis) im vergangenen Jahr fort. Damit setzt der kommunale Energiepartner ein klares Zeichen für sein Energiewende-Engagement und verstärkt seine Präsenz in der Region. Mit dem Aufbau eigener Netzbauteams für den Elektrobau investiert die EAM gezielt in eigene Kompetenzen, um den Ausbau der Stromnetze effizienter und unabhängiger gestalten zu können. 

Es ist früher Morgen in Alheim im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, und wer den Blick entlang der Bahnstrecke im Ortsteil Heinebach streifen lässt, entdeckt sofort die Montagefahrzeuge der EAM. Sören Carlsson und Noah Otys – beides Netzmonteure im Netzbauteam Nord/Mitte – sind bereits an einer Baustelle im Einsatz. Heute werden Muffen montiert – also neu verlegte Stromkabel durch die Muffe miteinander verbunden – und damit die seit einiger Zeit laufende Ortsnetzmontage in Heinebach einen entscheidenden Schritt vorangebracht. Zuvor hat das Team eine Station in Heinebach umgebaut und dabei ältere Technik gegen neue, deutlich leistungsstärkere getauscht. Mit der Muffenmontage wird die Station an neu verlegte Mittelspannungskabel angeschlossen – ein weiterer Schritt auf dem Weg zur stetigen Modernisierung des Stromnetzes der Kommune.

Zwei EAM-Mitarbeiter arbeiten an einem offenen Graben auf einer Baustelle; einer reicht dem anderen ein Werkzeug vor einem geöffneten Servicefahrzeug.

Mittlerweile sind auch Tristan Krah, Bauleiter des Netzbauteams am neuen Standort Guxhagen, und der Leiter des Netzbauteams Nord/Mitte Timo Grebe an der Baustelle eingetroffen und besprechen gemeinsam das weitere Vorgehen. Teamarbeit zwischen erfahrenen Kollegen und dem noch recht jungen Netzbauteam ist die Basis für die erfolgreiche Umsetzung von Projekten.

Sören Carlsson

„Bei den Montagen arbeiten wir immer im Team – aber wir arbeiten eben auch teamübergreifend eng mit den Kollegen der verschiedenen Regioteams zusammen, weil viele Arbeiten Hand in Hand gehen.“

Sören Carlsson, Netzmonteur im Netzbauteam Nord/Mitte

„Ein gutes Beispiel ist die aktuelle Baustelle. Damit wir hier sicher arbeiten können, waren zum Arbeitsbeginn Kollegen vom Regioteam Bebra vor Ort, um die Leitung freizuschalten, weil sie für Schaltungen im Netz zuständig sind. Das ist wirklich eine gute Zusammenarbeit.“

Noah Otys, Netzmonteur im Netzbauteam Nord/Mitte 

Noah Otys

Die Regioteams sind für den sicheren Netzbetrieb und die Störungsbeseitigung zuständig, zu ihren Aufgaben gehören unter anderem der Ausbau der Stromnetze sowie die Instandhaltung und Wartung vorhandener Anlagen und der Betrieb der Straßenbeleuchtung in den Kommunen. Die neu aufgebauten Netzbauteams übernehmen vor allem Arbeiten rund um die Elektromontage, wofür in der Vergangenheit überwiegend externe Betriebe beauftragt werden mussten.

Ein EAM-Mitarbeiter in blauer Arbeitskleidung entnimmt ein Werkzeug aus einem Servicefahrzeug; im Hintergrund ist eine Baustelle mit offenem Graben zu sehen.
Nahaufnahme eines EAM-Mitarbeiters in blauer Arbeitskleidung, der mit einem Werkzeug an einem schwarzen Kabel oder Rohr arbeitet.
Tristan Krah

„Wir übernehmen vielfältige Aufgaben im Unternehmen – beispielsweise Verkabelungen in Mittel- und Niederspannungsnetzen oder Montagen und Instandhaltungsarbeiten. Damit sind wir sehr gut ausgelastet. Mittlerweile unterstützen wir zudem die Kollegen der Regioteams bei Bereitschaftsdiensten oder bei der LKW-Fahrbereitschaft. Das ist ein sehr gutes Miteinander.“

Tristan Krah, Bauleiter des Netzbauteams am neuen Standort Guxhagen

„Die EAM übernimmt als Verteilnetzbetreiber eine bedeutende Rolle bei der Umsetzung der regionalen Energiewende. Durch den Aufbau der kompetenten Teams innerhalb des Unternehmens sind wir deutlich flexibler einsatzfähig bei den wichtigen Montagearbeiten. Das hat sich bereits absolut bewährt.“

Timo Grebe, Leiter des Netzbauteams Nord/Mitte 

Timo Grebe

Das neue Netzbauteam ist ein weiterer wichtiger Baustein der EAM-Strategie, die Energiewende schnell und effizient zu gestalten. Bereits heute speisen knapp 120.000 regenerative Erzeugungsanlagen in das Stromnetz der EAM ein. Die Zahl ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen, eine flexible Handlungsfähigkeit und Geschwindigkeit beim Netzausbau sind somit entscheidend. Die Präsenz des neuen Netzbauteams an den Standorten Northeim und Guxhagen ermöglicht es nun, Baumaßnahmen noch besser koordinieren und flexibler umsetzen zu können.

Zwei EAM-Mitarbeiter stehen neben einem Servicefahrzeug auf einer Baustelle und schauen gemeinsam auf einen ausgerollten Plan.

Personell ist das neue Team an beiden Standorten bereits gut aufgestellt mit einer guten Mischung aus internen und externen neuen Kollegen. Beinahe alle Stellen sind besetzt, wodurch das Team auch immer mehr Aufgaben innerhalb des Unternehmens wahrnehmen kann. „Derzeit sind wir dabei, neue Fahrzeuge und Großgeräte, wie beispielsweise zwei LKWs und einen Tieflader zum Transport von Kabeltrommeln, zu beschaffen. Damit sind wir dann noch schlagkräftiger unterwegs“, blickt Grebe bereits in die Zukunft. 

Ausschlaggebend für die Entscheidung, auch in der Mitte und im Norden des eigenen Netzgebiets ein Netzbauteam aufzubauen, war der große Erfolg des Netzbauteams im südlichen EAM-Gebiet. Vor dem Hintergrund der hohen Nachfrage nach elektrotechnischen Bauleistungen, die auf dem Markt nur sehr begrenzt verfügbar sind, ermöglicht der Aufbau eigener Kompetenzen in diesem Bereich eine bessere Steuerbarkeit und Beschleunigung von Ausbauprojekten. Denn auch in dieser Branche ist der Fachkräftemangel deutlich zu spüren. Der gezielte Aufbau eigener Fachkräfte im Elektrobau reduziert somit die Abhängigkeit von externen Dienstleistern und sichert der EAM eine bessere Planbarkeit ihrer Ausbauziele. Und stärkt zugleich ihre Rolle als zuverlässiger Energiepartner der Region und Treiber der Energiewende.

Überdurchschnittliche Versorgungssicherheit

Seit vielen Jahren profitieren private und gewerbliche Netzkunden von einer überdurchschnittlich hohen Versorgungsqualität der EAM. Laut einer Statistik der Bundesnetzagentur belegte die EAM bei der Versorgungssicherheit im vergangenen Jahr erneut einen Platz in der Spitzengruppe aller deutscher Netzbetreiber. Die statistische Ausfallzeit in unserem Netz lag mit 10,5 Minuten unter dem deutschen Bundesdurchschnitt. Mittlerweile hat die EAM bereits 95 Prozent ihres Niederspannungsnetzes und 82 Prozent des Mittelspannungsnetzes auf Erdkabel umgestellt, die deutlich weniger anfällig für Störungen sind als Freileitungen.