
Nörten-Hardenberg: Pionier der Energiewende mit innovativem Geschäftsmodell
Der Flecken Nörten-Hardenberg war Anfang 2023 eine der ersten Kommunen, die der neu gegründeten EAM EnergiewendePartner GmbH (EWP) beigetreten sind. Er gehörte ebenfalls zu den sechs Pilotkommunen, die bereits im Jahr zuvor zusammen mit der EAM in zahlreichen Workshops die inhaltlichen und vertraglichen Grundlagen für das innovative Geschäftsmodell erarbeitet hatten.
Inzwischen sind in der niedersächsischen Gemeinde eine Vielzahl von Maßnahmen aus ihrem maßgeschneiderten Energiewendekonzept auf dem Weg zur Umsetzung – und die Gesellschaft ist auf 23 Kommunen angewachsen, weitere stehen in den Startlöchern.

Susanne Glombitza, Bürgermeisterin von Nörten-Hardenberg, und Alexandra Haastert, Geschäftsführerin der EAM EnergiewendePartner GmbH, berichten:
Für Susanne Glombitza besitzt die Gesellschaftsform gleich mehrere nennenswerte Vorteile: „Wir hatten schon eine lange Zeit lang überlegt, wie wir dieses vielschichtige Thema Klimaschutz angehen könnten. Als kleine Gemeinde mit rund 8.700 Einwohnern stellte das für uns eine enorme Herausforderung dar, denn wir haben in unserer Verwaltung weder das notwendige Know-how noch freie Kapazitäten. Selbst eine zusätzlich eingestellte Klimamanagerin oder ein Klimamanager würde die Aufgaben alleine und in seiner ganzen Komplexität nicht bewältigen können.“

„Deshalb kam uns das Angebot der EAM, diese Lücke über eine Partnerschaft zu füllen, von vornherein sehr gelegen. Die jetzige GmbH fußt auf gemeinsamen Überlegungen und einem gemeinsamen Willen – und passt für mich gut dazu, dass wir ja mit 0,6 Prozent bereits der kommunalen ‚EAM-Familie‘ angehören.“
Susanne Glombitza

Auch in einer weiteren Hinsicht erweist sich die Anteilseignerschaft an der EnergiewendePartner GmbH als Vorteil. Denn Nörten-Hardenberg ist somit Teil des Geschäftes und muss Leistungen, die von der GmbH über das Klimaschutzkonzept und die begleitende Betreuung hinaus erbracht werden, nicht ausschreiben. In den politischen Gremien des Fleckens fand das partnerschaftliche Modell sofort Zustimmung, genauso wie der Maßnahmenplan und die Perspektive auf eine dauerhafte und hochwertige Analyse-Konzeption-und-Kümmer-Leistung durch ein Team aus zwei Energie- und Netzexperten der EAM.
Die Geschäftsführerin der EWP Alexandra Haastert ergänzt: „Diese Betreuungs- und Beratungsleistungen erfordern natürlich eine enge gesellschafts- und abteilungsübergreifende Verzahnung bei uns. Sowohl die EAM Natur Energie bringt hier ihre Kompetenz aus den Bereichen Photovoltaik, Wind, Wärme und E-Mobilität ins Team ein als auch die EAM Netz ihr gebündeltes Wissen rund um Netztechnik, Netzinfrastruktur, Messwesen und Verbrauchswerte, das dann anwendungsbezogen über die jeweiligen Ansprechpartner in die Kommune getragen wird. Ebenso hat die EnergiewendePartner GmbH eigene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Bei einem Umsetzungsauftrag erbringen sie die Leistungen zu Planung, Vertragsmanagement, Organisation und Steuerung des Projekts. Außerdem agieren wir ein Stück weit wie Multiplikatoren und können wertvolle Erfahrungen aus der einen Kommune in die andere tragen.“
Welche klimapolitischen Ziele hat nun speziell der Flecken Nörten-Hardenberg mit seinem Energiewendekonzept auf der Agenda? „Keine!“, antwortet Sabine Glomnitza prompt. Bewusst hatte sich die Gemeinde von Anfang an gegen abstrakte Zahlen mit Glamoureffekt und für ein Konzept in Gestalt eines Maßnahmenplans entschieden, der gezielt die lokalen CO2-Vermeidungspotenziale ins Auge fasst.

„Unsere Energiewendekonzepte beinhalten grundsätzlich Maßnahmen, die greifbar, nah an der Praxis und lösungsorientiert sind und eben mehr darstellen als reine Absichtsbekundungen.“
Alexandra Haastert
Dementsprechend gut strukturiert und zügig konnte Nörten-Hardenberg 2023 geplante Vorhaben angehen. Die Voruntersuchungen für die energetische Verbesserung des Rathauses durch eine Dach-Pho
Förderbeträge der Gemeinde für Beratungsleistungen und private Balkonkraftwerke sowie Infoveranstaltungen für Bürgerschaft und Gewerbetreibende schaffen Anreize zum Klimaschutz und leisten Energiebildung und Wissenstransfer.
„Die Energiewendepartnerschaft hat uns einen enormen Schub verliehen“, resümiert Verwaltungschefin Glombitza abschließend und lobt die transparente und wertschätzende Zusammenarbeit in der Gesellschaft und mit der EAM im Allgemeinen. Besonders kleinen und mittleren Kommunen empfiehlt sie das innovative Geschäftsmodell wegen seiner wertvollen Unterstützung bei der Gestaltung einer nachhaltigen Energiezukunft in einem rundherum fairen Rahmen.


Die EAM Energiewendepartner GmbH
Von der EAM initiiert und 2023 in Partnerschaft mit kommunalen Anteilseignern gestartet, will die Gesellschaft mit ihrem innovativen Modell die regionale Energiewende weiter voranbringen. Unabhängig von ihrer Größe gehen die Kommunen mit einem für alle jeweils gleichen Betrag die Kooperation als mehrjährige Partnerschaft ein. Auf Basis einer umfangreichen Analyse der Ist-Situation entwickeln die Partner dann gemeinsam ein individuell auf die Gemeinde ausgerichtetes Energiewendekonzept mit einem klaren Fokus auf CO2-Reduktion bzw. CO2-freie Lösungen im Energiebereich. Die EAM unterstützt die Kommune anschließend auch bei der Umsetzung des Konzepts. Dazu gehören Maßnahmen aus den Bereichen Photovoltaik, Elektromobilität, Nahwärme und einzelne Wärmelösungen für kommunale Liegenschaften, aber auch nicht investive Maßnahmen zur Stärkung des Energiebewusstseins für den privaten und gewerblichen Bereich. Als Mitgesellschafter können die Kommunen solche Projekte direkt an die EnergiewendePartner GmbH vergeben.





