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Immer sicher mit Energie versorgt

Die Nacht vom ersten auf den zweiten August 2024 werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der EAM-Regioteams aus Hofgeismar und Baunatal so schnell nicht vergessen. Ein Unwetter mit Starkregen hatte den Trendelburger Ortsteil Gottsbüren im Landkreis Kassel überschwemmt und komplett verwüstet. Mehrere Straßen waren von den Wassermassen aufgerissen, Autos übereinandergestapelt und zahlreiche Keller überflutet. Um 1.21 Uhr in der Nacht meldete eine Trafostation in Gottsbüren über das Fernüberwachungssystem der EAM eine Störung an die Netzleitstelle in Baunatal. Knapp 5.000 Einwohner in Gottsbüren und der umliegenden Region hatten keinen Strom mehr. Die Wassermassen hatten die Trafostation im Ort überflutet und die Technik dabei zerstört, herumtreibende Fahrzeuge hatten zudem mehrere Kabelverteilerschränke stark beschädigt.

13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Regioteams Hofgeismar und Baunatal machten sich umgehend an die Arbeit, in der schwierigen Situation die Stromversorgung wieder herzustellen. Zur Unterstützung reisten Mitarbeiter von Partnerfirmen der EAM mit zusätzlicher technischer Spezialausrüstung an. Sie alle sorgten in einer beeindruckenden Teamleistung dafür, die Schäden zu beheben und die sichere Stromversorgung der vom Hochwasser schwer getroffenen Anwohner schnellstmöglich wieder herzustellen. Dabei standen sie immer im Kontakt mit dem Krisenstab des Landkreises Kassel, der den Katastrophenschutz koordinierte. Bereits ab 5.15 Uhr am frühen Morgen konnte durch Umschaltungen im Stromnetz ein Großteil der betroffenen Haushalte in der Region wieder mit Strom versorgt werden.

Deutlich schwieriger gestaltete sich die Situation im Zentrum von Gottsbüren. Aber auch hier konnte der Ort ab 10 Uhr am Morgen zumindest wieder teilweise über ein Stromaggregat notversorgt werden. Die zerstörte Trafostation musste mit dem Saugbagger von Erde, Wasser und Schlamm befreit und das elektrische Innenleben der Station komplett ausgebaut und durch neue Bauteile ersetzt werden. „Normalerweise dauert so ein Austausch zwei Tage“, sagte der Leiter des Regioteams Hofgeismar Ulrich Manß, der die Reparaturarbeiten koordinierte. „Die Zusammenarbeit aller Beteiligten war in dieser Ausnahmesituation einfach absolut klasse. Um 22 Uhr am gleichen Tag war die Trafostation wieder in Betrieb und alle defekten Kabelverteilerschränke ersetzt. Da war ich wirklich stolz auf mein Team.“ Auch ein Teil der Straßenbeleuchtung konnte am gleichen Tag wieder in Betrieb genommen werden, das erleichterte die Hilfsarbeiten bei der eintretenden Dunkelheit.

Regiomonteur Johannes Krieg bei der Muffenmontage

Der Einsatz unter extremen Bedingungen in Gottsbüren zeigt: Die EAM ist ein verlässlicher Energiepartner für die Kommunen und die Menschen in unserer Region. Eine hohe Versorgungssicherheit mit Energie zeichnet den kommunalen Energieversorger und Netzbetreiber jedes Jahr aufs Neue aus – in guten wie in herausfordernden Zeiten. Zu den aktuellen Herausforderungen – abseits von Krisensituationen – gehört die Umsetzung der Energiewende. Das Stromnetz ist das Rückgrat der Energiewende und befindet sich in einem kompletten Umbau. Die Energieversorgung wird durch den enormen Zubau erneuerbarer Erzeugungsanlagen und neue Verbraucher, wie Ladeinfrastruktur und Wärmepumpen, immer komplexer. Die EAM gestaltet dabei aktiv den Wandel gemeinsam mit den Kommunen und Kunden.

Dazu gehört ein bedarfsorientierter und vorausschauender Netzausbau auf dem Weg zur geplanten Klimaneutralität in Deutschland im Jahr 2045. Allein im vergangenen Jahr hat die EAM mit rund 160 Millionen Euro eine Rekordsumme investiert. Über zwei Drittel davon flossen in den Erhalt, den Ausbau und die Modernisierung der eigenen Energienetze – maßgeblich in das Stromnetz. Tendenz weiter steigend. Die Netzkunden bekommen von dem komplexen Umbau der Energieversorgung in der Regel wenig mit – die meisten Netzbaumaßnahmen werden bei laufendem Betrieb und ohne Versorgungsunterbrechung von den Teams der EAM umgesetzt.

Regiomeister Tobias Gries und Regiomonteur Johannes Krieg im Umspannwerk Baunatal

Eine dieser Maßnahmen läuft seit dem Jahr 2024 in Baunatal im Landkreis Kassel und befindet sich derzeit im Endspurt. Hier baut die EAM eine rund 4,5 Kilometer lange neue Mittelspannungstrasse vom Umspannwerk Baunatal in Richtung des Edermünde-Holzhausen. Angesichts der steigenden Netzauslastung ist es das Ziel, weiterhin Kunden an das Netz anschließen und sicher versorgen zu können. Von diesem Netzausbau profitieren neben der Stadt Baunatal auch die umliegenden Kommunen durch eine Leistungserhöhung für beispielsweise den Ausbau von Ladeinfrastruktur für Elektromobilität und durch eine noch höhere Versorgungssicherheit. 

„Wir haben im Stadtgebiet viel im Spülbohrverfahren gebaut, quasi eine grabenlose Verlegung, um so wenig Beeinträchtigung wie möglich zu verursachen. Aber auch das bringt immer wieder unplanbare Herausforderungen mit sich.“

Dominik Linke, Projektplaner bei der EAM Netz

So ist das Bauteam an einer Stelle bei einer Spülbohrung auf Quarzgestein getroffen und kam nicht mehr weiter. „Flexibilität gehört dann zum Tagesgeschäft. Wir konnten relativ zügig auf ein Felsbohrgerät umsteigen. Allerdings benötigten wir für den Abschnitt statt einer Woche dann zweieinhalb Monate“, erzählt Linke. Wie bei allen Projekten der EAM führt auch in Baunatal eine starke Teamleistung zwischen den Projektplanern, den Mitarbeitern des Regioteams und den am Bau beteiligten Firmen am Ende zur erfolgreichen Umsetzung und einer Stärkung des Stromnetzes.

Investition in die Infrastruktur kann bei der EAM auch ganz anders aussehen. Im schönen Westerwald im Lahn-Dill-Kreis betreibt die EAM mit der Rehbachtalkette fünf kleine Wasserkraftwerke, die seit 100 Jahren regenerativen Strom erzeugen – damals eine Pionierleistung. Im vergangenen Jahr hat das kommunale Unternehmen die Talsperre Driedorf saniert. Ein besonderes Augenmerk lag bei der Sanierung auf dem Hochwasserschutz, der – wie das Starkregenereignis in Gottsbüren gezeigt hat – für die Kommunen immer wichtiger wird. „Unsere Investitionen in den Hochwasserschutz sichern nicht nur die kontinuierliche Energieerzeugung aus den Wasserkraftwerken der Rehbachtalkette, sondern leisten auch einen wesentlichen Beitrag zur regionalen Energiewende. Besonders hervorzuheben ist, dass die Energieerzeugung aus Wasserkraft oft dann am höchsten ist, wenn die Solarenergieerzeugung am niedrigsten ist“, erklärt Betriebsleiter Alexander Wagner. Die Sanierung der Talsperre Driedorf sichert die wasserbaulichen Anlagen der Rehbachtalkette und macht sie fit für einen langfristigen Weiterbetrieb der fast schon historischen Anlagen. In den vergangenen Jahren hat die EAM mit der Krombachtalsperre, der Wehrklappe des Staubeckens Guntersdorf und dem Wasserturm Merkenbach bereits wichtige Teile der Rehbachtalkette saniert.

Talsperre Driedorf

Versorgungssicherheit

Die EAM investiert kontinuierlich in die eigene Netzinfrastruktur, um die gewohnt hohe Versorgungssicherheit gewährleisten zu können. Seit vielen Jahren profitieren die Netzkunden von einer überdurchschnittlich hohen Versorgungsqualität. Laut einer Statistik der Bundesnetzagentur belegt die EAM bei der Versorgungssicherheit kontinuierlich einen Platz in der Spitzengruppe aller deutscher Netzbetreiber. Im vergangenen Jahr lagen die statistischen Ausfallzeiten im Stromnetz der EAM mit 12,5 Minuten unter dem bundesweiten Durchschnitt.