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Klimaschutz, der vor Ort wirkt

Die tägliche Arbeit kann an sich schon eine Her­aus­forderung für die Mit­arbeiter­innen und Mit­arbei­ter eines kom­munalen Bau­hofs dar­stellen. Wenn der Bauhof dann während des lau­fen­den Betriebs mo­derni­siert und ener­getisch saniert werden soll, kann aus einer Her­aus­for­derung eine echte Mammut-­Aufgabe für alle Be­teilig­ten werden. So wie in Breidenbach im Land­kreis Marburg-Biedenkopf, wo die Gemeinde und die EAM im ver­gan­genen Jahr die ge­samte elek­trische In­fra­struk­tur des Bau­hofs auf den neue­sten Stand der Tech­nik gebracht und die alte Gas­heizung durch eine mo­derne Pellet­heizung ersetzt haben. Möglich war dies durch eine außer­ge­wöhn­liche partner­schaftliche Team­leistung von Ge­meinde, Bauhof und der EAM.

Fünf Mitarbeitende schauen gemeinsam auf ausgebreitete Baupläne auf einem Tisch in einem Besprechungsraum.

Seit Ende 2023 arbeitet die Gemeinde Breidenbach mit der EAM EnergiewendePartner GmbH (EWP) daran, Maßnahmen zur Reduktion der kommunalen CO2-Emmisionen zu identifizieren und umzusetzen. Das erste Großprojekt dieser Energiewende-Partnerschaft sah im vergangenen Jahr vor, den örtlichen Bauhof umfassend zu modernisieren und energetisch auf Vordermann zu bringen. Die große Aufgabe dabei: Der tägliche Betrieb musste weitergehen und erlaubte keine Unterbrechungen. „Man kann natürlich keinen Betrieb aufrecht erhalten, wenn kein Strom zur Verfügung steht“, erklärt Bauhofleiter Jan Kunze.

Jan Kunze

„Für uns waren die Arbeiten wie eine Operation am offenen Herzen, bei der nichts schiefgehen durfte.“

Jan Kunze, Bauhofleiter

Konkret bedeutete das, parallel eine komplett neue elektrische Infrastruktur aufzubauen, in Betrieb zu nehmen und anschließend die alte Elektrik rückzubauen. Der gelernte Energieelektroniker Kunze war früher auch zehn Jahre im Heizungsbau tätig, bevor er 2008 am Bauhof anfing und seit mittlerweile zwei Jahren die Geschicke vor Ort verantwortet. „Durch meine berufliche Erfahrung war mir die Thematik vertraut, das hat die Koordination etwas leichter gemacht. Aber natürlich mussten wir auch viel improvisieren.“

Ein Mann im hellblauen Sakko steht lächelnd vor einer geöffneten Werkstatt- oder Produktionshalle; im unscharfen Vordergrund ist eine weitere Person zu sehen.
Mehrere Männer sitzen lachend in einer Umkleide vor aufgehängter Arbeits- und Warnschutzkleidung; einer reicht eine Wasserflasche weiter.

Rund ein halbes Jahr dauerten die Arbeiten, bei denen die EAM die alte Gasheizung durch eine moderne Pelletheizung mit einer Leistung von 65 Kilowatt ersetzte und ein Pelletlager mit einem Fassungsvermögen von 7,5 Tonnen sowie zwei Pufferspeicher mit einem Volumen von jeweils 1.000 Litern installierte. Zudem wurde die gesamte elektrische Anlage des Bauhofs auf den neuesten Stand der Technik gebracht: Der alte Sicherungs- und Zählerschrank wurde durch ein modernes Modell ersetzt, die komplette elektrische Infrastruktur erneuert und die Beleuchtung auf LED umgestellt. Auch zwei Absauganlagen für die Holzverarbeitung und den Schweißarbeitsplatz des Bauhofs errichtete die EAM und baute die gesamte Druckluftversorgung des Betriebs neu auf. „Dass der normale Tagesablauf am Bauhof weiterging, war für unsere Monteure natürlich eine große organisatorische und handwerkliche Herausforderung“, sagt EAM-Projektentwickler Holger Burbach, der die Arbeiten auf Seiten des kommunalen Energieversorgers gemeinsam mit EAM-Kommunalberater Roald Schlösser koordinierte.

Holger Burbach

„Die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Gemeinde und die kurzen Abstimmungswege mit den Bauhof-Verantwortlichen haben uns sehr geholfen, dass wir dieses ambitionierte Projekt gemeinschaftlich erfolgreich umsetzen konnten.“

Holger Burbach, EAM-Projektentwickler

Alle Arbeiten wurden von Mitarbeitern der EAM-Tochterfirmen Haustechnik Persch und Landgraf Energietechnik ausgeführt, die in den vergangenen zwei Jahren zuvor erfolgreich in die EAM-Gruppe integriert wurden. Beide Tochterunternehmen spielen eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der regionalen Energiewende und ermöglichten die umfassende Modernisierung des Bauhofs aus einer Hand. „Wir haben uns alle gegenseitig unterstützt und uns immer eng abgestimmt“, blickt Igor Kaliechenko auf die intensive Zeit zurück, in der er für die Umsetzung der elektrischen Arbeiten verantwortlich war. „Alle waren sehr nett und hilfsbereit, diese Baustelle hat mir wirklich Spaß gemacht.“ Ähnlich sieht das auch sein Monteurkollege Stefan Gburczyk, der unter anderem für den Austausch der alten Heizung und die Modernisierung der Absauganlagen und Druckluftversorgung zuständig war: „Es war alles hervorragend geplant und hat reibungslos funktioniert. Und wenn es doch mal kleinere Probleme gab, konnten wir direkt mit Bauhofleiter Jan Kunze sprechen und haben immer schnell eine passende Lösung gefunden.“ Um möglichst flexibel zu sein und kurze Wege zu haben, waren Igor Kaliechenko und Stefan Gburczyk regelmäßig von Montag bis Donnerstag vor Ort und übernachteten sogar in Breidenbach oder der näheren Umgebung.

Igor Kaliechenko (links, Haustechnik Persch) und Stefan Gburczyk (Landgraf Energietechnik)

Auch in der Gemeindeverwaltung ist man voll des Lobes für das gemeinschaftliche Energiewende-Projekt. Durch die umfangreiche Sanierung werden am Bauhof zukünftig jedes Jahr rund 11,1 Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart. Wenn alle Außenanlagen fertig gestellt sind, sollen noch vier Ladestationen für die kommunale Fahrzeugflotte installiert werden.

Breidenbachs Bürgermeister Christoph Felkl

„Die maßgeschneiderten Lösungen für unseren Bauhof zeigen, wie Klimaschutz konkret vor Ort gelingen kann.“

Christoph Felkl, Breidenbachs Bürgermeister

„Wir setzen damit auf moderne Technik und werden entschlossen die nächsten Schritte in unserer Gemeinde gehen", sagt Breidenbachs Bürgermeister Christoph Felkl. „Ein ganz großes Kompliment an die EAM und alle Beteiligten für die erfolgreiche Umsetzung. Wenn so ein ehrgeiziges Projekt klappt, dann macht das natürlich auch ein bisschen stolz. Ich kann anderen Kommunen nur empfehlen, sich auch an der EWP zu beteiligen.“

EAM EnergiewendePartner GmbH Geschäftsführerin Meike Federmann

Meike Federmann, Geschäftsführerin der
EAM EnergiewendePartner GmbH

Die EAM EnergiewendePartner GmbH

Von der EAM initiiert und 2023 in Partnerschaft mit kommunalen Anteilseignern gestartet, will die EAM EnergiewendePartner GmbH (EWP) mit ihrem innovativen Modell die regionale Energiewende vorantreiben. 51 Gesellschafter sind der EWP mittlerweile beigetreten, darunter vier Landkreise, zwei Verbandsgemeinden, eine Samtgemeinde, ein Abwasserverband sowie 43 Städte und Gemeinden. Weitere stehen in den Startlöchern. „Die meisten Kommunen gehen nach dem Beitritt die EWP-Kooperation als mehrjährige Partnerschaft ein“, erklärt EWP-Geschäftsführerin Meike Federmann. „Auf Basis einer umfangreichen Analyse der Ist-Situation entwickeln wir gemeinsam ein individuell auf die Gemeinde ausgerichtetes Energiewendekonzept mit einem klaren Fokus auf CO2-Reduktion bzw. CO2-freie Lösungen im Energie­bereich. Hierbei achten wir ganz besonders darauf, dass die Lösungen wirtschaftlich und nachhaltig sind.“ Die EAM unterstützt die Kommune anschließend auch bei der Umsetzung des Konzepts. Dazu gehören beispielsweise Maßnahmen aus den Bereichen Photovoltaik, Elektromobilität, Nahwärme und Einzel-Wärme­lösungen für kommunale Liegenschaften.

Logo mit abstraktem Symbol links und dem Schriftzug „EAM Energiewende Partner“ rechts